18.10.2018

„Teilkasko“ heißt das Gebot der Stunde! - VKAD und DEVAP mit Reformvorschlägen für eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung

Konfessionsübergreifend im Einsatz auf einer pflegepolitischen „Großbaustelle“: Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD) und der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e. V. (DEVAP) haben gemeinsam Reformvorschläge für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Pflegeversicherung ausgearbeitet und diese in einem Diskussionsimpuls zusammengefasst.

Die gemeinsamen Vorschläge beider Verbände zielen auf eine solidarisch bezahlbare, zivilgesellschaftlich verortete Pflege ab. Vorgesehen sind sechs Eckpunkte - und dabei zuvorderst die Umsetzung des echten „Teilkaskoprinzips“ in der Pflegeversicherung, damit gute Pflege für die Menschen in ganz Deutschland bezahlbar wird und nicht in die Armut führt.

„Die Herausforderung wird uns alle auch weiterhin begleiten: Der Reformbedarf in der Pflege ist auf den demografischen Wandel zurückzuführen, der längst mitten in unserer „Gesellschaft des längeren Lebens“ angekommen ist und spürbar wird. Eine Pflegeversicherung, die eine echte Absicherung für unsere pflegebedürftigen Mitmenschen darstellt, ist deshalb von wesentlicher Bedeutung. Grundsätzlich ist dabei klar: „Teilkasko“ heißt das Gebot der Stunde! Die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung hin zu einer echten Pflegeteilkaskoversicherung liegt dem DEVAP bereits seit Jahren am Herzen - und ich freue mich darüber, dass auch die politisch Verantwortlichen den in dieser Hinsicht bestehenden Handlungsbedarf erkannt haben. Wir bieten gerne an, den erforderlichen Reformprozess mitzugestalten“, erklärt Dr. Bodo de Vries, Vorstandsvorsitzender des DEVAP.

„Verbesserungen im Personalschlüssel führen heute zu einer Erhöhung der Eigenanteile der Pflegebedürftigen bzw. der Kosten für die Sozialhilfeträger. Dies widerspricht einem qualitätsorientierten Wettbewerb in der Pflege und fördert Lohndumping statt leistungsgerechter Bezahlung von Pflegekräften. Mit unseren Reformvorschlägen wollen wir u. a. diesen Fehlanreiz korrigieren. Wir brauchen eine konsequente Ausrichtung der Pflegepolitik am Gemeinwohl - zugunsten von Pflegebedürftigen und Pflegepersonal, von Angehörigen und Kommunen“, ergänzt Dr. Hanno Heil, 1. Vorsitzender des VKAD.

VKAD und DEVAP setzen sich mit ihrem Positionspapier zudem für eine Überwindung der ambulanten und der stationären Sektorengrenzen und damit einhergehend für eine Stärkung von wohnortunabhängigen Pflegearrangements und zur Klärung der Finanzierungszuständigkeiten ein. Eine Stärkung der Zivilgesellschaft mit der Anerkennung der Pflege durch Angehörige, die finanzielle Förderung einer seniorengerechten Infrastruktur als kommunale Pflichtaufgabe, eine Orientierung des Pflegemarktes am Gemeinwohl und eine sozial gerechte Ausgestaltung der Pflegeversicherung, die weitere Einkommensarten berücksichtigt und die private und gesetzliche Pflegeversicherung zusammenführt, sind die weiteren Eckpunkte des Papiers, dem eingehende Beratungen in den vergangenen Wochen und Monaten vorangegangen sind.

Der Anspruch beider Verbände zur Fortführung der Diskussion um die zukünftige Pflegeversi-cherung ist in den letzten Zeilen des Impulspapiers zu lesen: „DEVAP und VKAD laden alle politisch Verantwortlichen im Bund, in den Ländern und den Kommunen sowie alle gesellschaftlichen Gruppen, die sich einer echten Stärkung einer wertorientierten, wohnortnahen und bezahlbaren Altenpflege in Deutschland verpflichtet fühlen, ein, diese Reformvorschläge zu diskutieren und an der Umsetzung mitzuwirken!“