31.12.2016

Rückschau Mitgliederversammlung 2016

Erstmals neues Positionspapier vorgestellt

Es gibt ein neues Gesicht im DEVAP: Im Rahmen der ordentlichen Versammlung Ende November in Kassel stellte sich der neue Interimsgeschäftsführer des DEVAP persönlich vor. Thomas Eisenreich, Stellvertretender Geschäftsführer / Bereichsleiter Ökonomie im Verband diakonischer Dienstgeber Deutschland (VdDD), ist seit Anfang des Monats der Hauptansprechpartner der DEVAP-Geschäftsstelle. Er übernimmt kommissarisch einen Teil der Aufgaben der langjährigen Geschäftsführerin Imme Lanz, die Nachwuchs erwartet und in Elternzeit gegangen ist. Der Vorstand freut sich über die Unterstützung in dieser Zeit, die zeigt, wie flexibel und pragmatisch die Fachverbände besondere Situationen gemeinsam lösen und wünscht Imme Lanz bis zu ihrer Rückkehr alles Gute für die neue Lebensphase.

Thomas Eisenreich DEVAP-Interimsgeschäftsführer

Archivbild Herr Schenider

Rege diskutiert wurde im Anschluss das neue Positionspapier „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung“. In einem intensiven Arbeitsprozess und unter großem Zeitdruck hat der DEVAP diesen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Das Ergebnis wurde im Rahmen der Versammlung exklusiv den Mitgliedern vorgestellt. Mit diesem übersichtlichen Papier ist der DEVAP startbereit, um im bevorstehenden Bundestagswahlkampf klar Position zu beziehen und den Diskurs um eine nachhaltige Verbesserung der Situation der Pflege  aktiv voranzutreiben.

 

Der Beweggrund, ein Konzept für eine zukunftssichere Pflegeversicherung zu erarbeiten, ist die weiter bestehende strukturelle Unterfinanzierung der Altenhilfe. Die Pflegeversicherung erreicht ihr ursprüngliches Ziel, Pflegebedürftigkeit abzusichern, schon lange nicht mehr. Und das muss sich ändern. Denn die Strukturfehler der Pflegeversicherung verursachen in der Folge die Hauptprobleme, mit denen ambulante und stationäre Anbieter heute kämpfen: die prekäre Personalsituation und die Unterfinanzierung der Pflegeversicherung mit den viel zu hohen Kosten für pflegebedürftige Menschen.  

 

Der DEVAP setzt sich deshalb für weitere mutige Reformschritte ein. Der Schlüssel, mit dem eine wirkliche Verbesserung für  pflegebedürftige Menschen und die Pflegenden erreicht werden kann, ist vor allem der Umbau der heutigen Pflegeversicherung zu einer echten Pflegeteilkaskoversicherung.

 

Der DEVAP fordert, die Pflegeversicherung strukturell neu aufzusetzen, und zwar so, dass die pflegebedingten Kosten für alle Menschen finanzierbar werden – unabhängig davon, ob sie zu Hause, im Betreuten Wohnen oder im Pflegeheim leben. Dies lässt sich umsetzen, indem die Pflegekasse die notwendigen pflegebedingten Kosten übernimmt – dies ist der weitaus größere Kostenpunkt – und die Versicherten sich daran mit einem gesetzlich festzulegenden Eigenanteil beteiligen. Außer dieser notwendigen Neujustierung des Versicherungssystems enthält das Papier vier weitere Kernforderungen, die dringend verwirklicht werden müssen: den Abbau der Grenzen zwischen der ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung, die stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft, die Stärkung der kommunalen Pflegeinfrastruktur und die Sicherung der Personalsituation.

Das Positionspapier zur „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung“ steht für alle Interessenten hier zum Herunterladen oder Bestellen der Printversion zur Verfügung.

 

Um den DEVAP in seiner Funktion zu stärken, wurde im Frühjahr ein Marktforschungsinstitut damit beauftragt, eine Mitgliederbefragung durchzuführen. Die wichtigsten Erkenntnisse wurden auf der Mitgliederversammlung präsentiert: Zentrale Funktionen des DEVAP sind die Interessenvertretung auf bundespolitischer Ebene sowie die Profilierung der Altenarbeit und Pflege in der Öffentlichkeit. Diese Hauptfunktionen erfüllt der DEVAP am besten; weitere Funktionen oder Dienstleistungen werden nicht gewünscht – der Verband setzt seine Mittel  demnach für die richtigen Aufgaben ein. Mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben ist die Hälfte der Befragten zufrieden. Hier muss der DEVAP seine Arbeit also intensivieren. Auch auf seine Rolle als Impulsgeber und Unterstützer für die Weiterentwicklung der Altenarbeit und Pflege muss sich der DEVAP noch stärker konzentrieren.

 

Momentan werden die Ergebnisse der Befragung detailliert ausgewertet, daran anschließende Handlungsempfehlungen für das künftige Verbandsprofil erarbeitet und im DEVAP beraten. Mitglieder des DEVAP können die Präsentation der Ergebnisse der Befragung sowie eine Präsentation zum Positionspapier im internen Bereich einsehen.