09.02.2017

Kurskorrekturen müssen die Pflege zukunftsfest und bezahlbar machen!

DEVAP bringt Lösungsvorschlag in den Vorwahlkampf ein

Im beginnenden „Super-Wahljahr“ 2017 muss die Pflegepolitik eines der entscheidenden Themen werden. „Die Pflege in Deutschland krankt weiter an vielen Problemen, trotz aller Reformanstrengungen der Regierung“, bilanzierte Bernhard Schneider, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) bei der heutigen Vorstellung des DEVAP-Positionspapiers „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung“. „Durch Webfehler bei der Einführung ist die Pflegeversicherung aus dem Ruder gelaufen. Sie erreicht ihr Ziel, das Lebensrisiko Pflegebedürftigkeit abzusichern, schon lange nicht mehr“, so Schneider weiter. „Die Strukturfehler in der Pflegeversicherung sind der Hauptgrund für die gravierenden Probleme, mit denen ambulante und stationäre Anbieter heute kämpfen: die prekäre Personalsituation und die Unterfinanzierung der Pflegeversicherung.“

DEVAP-PK, v.l.: B. Schneider , Dr. P. Bartmann, Fotonachweis H. Göpel / CARE INVEST

„Eine weitere Folge des Systems sind die viel zu hohen Kosten für pflegebedürftige Menschen“, führt Bernhard Schneider aus. „Pflegebedürftigkeit erhöht das Armutsrisiko schon heute deutlich. Diese Entwicklung wird Betroffene immer häufiger an den Rand der Existenz bringen. Denn jede Leistungsverbesserung, jede Tariflohnsteigerung und jede zusätzliche Pflegekraft greift in das Portemonnaie der Pflegebedürftigen.“

„Die Politik muss konsequent und mutig handeln, um diese Mammutaufgaben zu lösen“, fordert der DEVAP-Vorsitzende. „Der DEVAP bringt einen konstruktiven Lösungsvorschlag für eine zukunftsfeste und bezahlbare Pflege in den Vorwahlkampf ein: Der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme ist eine bessere Verteilung der Finanzlasten, und zwar zugunsten der Pflegebedürftigen. Die Pflegeversicherung muss so verändert werden, dass die pflegebedingten Kosten für alle Betroffenen finanzierbar sind. Sämtliche Pflegekosten zahlt die Pflegeversicherung, die Behandlungskosten übernimmt die Krankenversicherung, und die Kosten für die Haushaltsführung der Betroffene selbst. Das wäre ein einfaches und gerechtes System, das unabhängig vom Lebensort funktionieren kann."

Das Positionspapier ist hier erhältlich: www.devap.info/publikationen/stellungnahmen/

 

Und: Mehr hören! Auf der Seite https://www.erf.de/radio/erf-plus/aktuelles-vom-tag/schluss-mit-der-armutsfalle-im-alter/6719-4805 können Sie einen interessanten vierminütigen Hörfunk-Beitrag zum Pressegespräch abrufen.