30.06.2017

Jetzt nicht nachlassen, Frau Fischbach!

Zu der Benennung der Parlamentarischen Staatssekretärin des Bundesministeriums für Gesundheit Frau Ingrid Fischbach, MdB zur neuen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie zur Bevollmächtigten für Pflege erklärt Thomas Eisenreich, Geschäftsführung des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege.

Wir gratulieren Frau Fischbach recht herzlich zur Benennung für das Amt der Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung und wünschen ihr viel Erfolg bei dieser neuen beruflichen Herausforderung. Ihr Vorgänger, Staatssekretär Karl- Josef Laumann, hat ein wohlbestelltes Haus hinterlassen und eine beachtliche Erfolgsbilanz: Entbürokratisierung der Pflegedokumentation, Verbesserung in der Heilmittelversorgung, etc. Aber ein Nachlassen verbietet sich trotzdem, weil es noch viele Baustellen in der Pflegepolitik gibt. Die tarifliche Entlohnung der Pflegekräfte auch im SGB V analog zum SGB XI zu verankern oder die Schaffung der Unabhängigkeit des MDK, die weitere Förderung der Entbürokratisierung der Pflege – all das liegt noch auf Halde. Und darüber hinaus fordern wir, sich auch einer grundlegenden Strukturreform der Pflegefinanzierung nicht zu versperren. Um das Armutsrisiko des Einzelnen zu verringern, muss die Pflegeversicherung zur echten Teilkasko umgebaut werden. Die Behandlungspflege im stationären Bereich muss endlich über die Krankenversicherung finanziert werden. Es darf nicht vom Wohnort des Betroffenen abhängen, welche Leistungen er in Anspruch nehmen kann. Für diese vielfältigen Herausforderungen wünschen wir Frau Fischbach Kraft, Ausdauer und vor allem Durchsetzungsstärke.